Im letzten Artikel zu Samba ging es um die Grundkonfiguration der neuen Version 3. Das Samba aber mehr kann, als nur einfache Freigaben zur Verfügung zu stellen, kennen wir ja schon von den vorangegangenen Versionen. In Version 2.x war es noch verhältnismäßig schwer einen funktionierenden PDC für Windows 2000 / Windows XP Umgebungen bereit zu stellen. Mit Version 3 von Samba hat sich in dieser Hinsicht viel getan. Da mittlerweile das alte Tutorial keine Punkte mehr im Hinblick auf aktuelle Samba Versionen bringt, gibt es einen guten Grund mehr sich erneut diesem Thema zuzuwenden.

Erweiterung der Konfiguration

Dreh und Angelpunkt ist auch dieses mal wieder die Konfigurationsdatei /etc/samba/smb.conf. Diese muss für das Tutorial um einige Zeilen erweitert werden. Beginnen wir vorerst einmal in der global-Section.

> os level = 66
> preferred master = yes
> domain master = yes
> local master = yes
> security = user
> domain logons = yes
> wins support = yes
> logon path = \%Nprofiles%u
> logon drive = P:
> logon script = logon.cmd
> logon home = \%N%Uprofiles

Die einzelnen Zeilen haben folgende Bedeutung: os level stellt ist eine Kompatibilitätsanweisung an Windows Rechner. Jedes M$ Betriebssystem hat hier eine eigenes Level. Je höher die Zahl, um so eher wird der Server als Masterserver angesehen, sollte es mehrere Server im Netz geben. Mit 66 ist man auf der sicheren Seite, eine 33 würde bei einem einzigen Server im Netz aber auch reichen.

In der zweiten Zeile ist von einem preffered master die Rede. Gemeint ist ob Samba die Rolle des Masterbrowsers übernehmen soll. Alle Rechner im Netzwerk holen somit die Informationen über User und angeschlossene Geräte von unserem Samba Rechner. Außerdem ist unser Samba-Server die Informationsquelle für die Rechner der Domain (domain master) und für das lokale Subnetz (local master).

Der Eintrag security sollte auf user stehen. Die etwas irreführende Einstellung domain würde besagen, das unser Samba-Server seine Informationen von einem anderen Rechner bezieht, anstatt sie selbst bereit zu stellen.

Die Schlüsselwörter zum Thema logon regeln die Login-Prozedur der Windows Rechner. logon path beschreibt das Verzeichnis für die Ablage der User-Profile (dazu später mehr), logon drive bindet das Homeverzeichnis des User (Samba/Linux) unter Windows mit diesem Laufwerksbuchstaben ein. Das logon script wiederum, wird jedes mal ausgeführt wenn der User sich am Client einloggt. Cmd-Dateien sind unter Windows 2000 / XP das allbekannte Pendant zu den sonst üblichen *.bat Dateien von DOS oder Win9x/ME. Da letztere Rechner ein etwas anderes Schema für die Ablage ihre Profile verwenden, gibt es noch die Zeile logon home. Diese gilt ausschließlich für Win9x/ME.